CVJM-Senioren-Initiative
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Fotos und Berichte von CSI-Reisen der letzten Jahre

London, Istanbul und sogar China waren schon Ziele von Fahrten, die die CSI in den letzten Jahren durchgeführt hat.

 

2015 ging es nach Nordpolen, im Jahr 2016 nach Oslo, 2017 nach Genf, 2018 ging es nach Lissabon und 2019 nach Colmar und Straßburg im Nachbarland Frankreich. 2020 musste die Fahrt leider abgesagt werden wegen "Corona". 2021 ging es dann nach Polen (siehe dazu auch Jürgen Werths Bericht hier auf der Webseite!). 2022 wird Aberdeen in Schottland besucht werden (23.-29.9.)!

 

Eine Bilderserie wie eine Diashow - das Tempo bestimmst Du!

 

Vielleicht waren Sie ja dabei oder entdecken auf den Fotos Bekannte. Dafür ist diese Bilderserie!

 

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2022 geht es dann nach Aberdeen in Schottland!

 

Berichte über die CSI-Städtereise 2017-2019

 

2019: Rolf Karkmann: „Wenige haben viel gesehen“ von Straßburg und Colmar in Frankreich

 

Der Andrang zur Reise ins Elsass hielt sich in Grenzen; schließlich nahmen 27 Personen teil. Von Bremen über Bad Oeynhausen, Dortmund kamen wir abends in Straßburg an. Die Teilnehmer waren begeistert vom Schlosshotel "Chateau de Portales," obwohl es keinen Aufzug gibt. Sie fanden den Kiesweg durch den Schlosspark zum Restaurant "Le Jardin du Portales" und zum Bus nicht zu mühsam, sondern romantisch. Die Portionen des "Elsässischen" Menus waren zu groß, aber lecker.

 

Straßburg ist eine der Städte in Mitteleuropa, in der seit Jahrhunderten immer wieder darum gerungen wurde, wie das Evangelium zu predigen sei, in welcher Sprache, mit welcher Theologie... Das beginnt mit dem 1. Bischof von Straßburg, dem Heiligen Amandus, "dem Liebenswerten" (290 - 355). Als Konzilteilnehmer in Sedica (Sofia) 342 hatte er Anteil an dem Versuch, den Kirchenfrieden wiederherzustellen. Er wird seit dem 10. JH. als Heiliger verehrt und ist Schutzpatron von Straßburg. Jean Calvin hat hier gewirkt, noch bevor er in Genf seine "Calvinistische Reformation" verkündete. Schon 1524 wird Straßburg lutherisch. 1529 legt Straßburg ein eigenes Bekenntnis ab, die "Tetrapolitana“, gemeinsam mit anderen Städten. Mitinitiator ist Martin Bucer, der Reformator im Südwesten des Reichs. Er ist bemüht, den Streit zwischen den protestantischen Richtungen zu schlichten. Seine Losung: "Auf dass alle eins seien." Im Ringen um das Evangelium darf natürlich Albert Schweitzer nicht vergessen werden, der in Straßburg nicht nur genial Orgel gespielt hat, sondern Teile seiner "Leben Jesu Forschung" hier erarbeitet hat. Seine "Ehrfurcht vor dem Leben" erarbeitete er ebenfalls in Straßburg. Er bekam dafür 1952 den Friedensnobelpreis. Straßburg, eine Stadt am Schnittpunkt zweier Nationen, Drehpunkt der Konfessionen, ist nicht von ungefähr eine Europäische Metropole, heute einer der Pole der Europäischen Union. Straßburg mit dem Aussichtsschiff, geruhsam, informativ, Keiner kann unterwegs verloren gehen, in der Freizeit konnte Jeder "machen, was er wollte," aber alle waren pünktlich am Treffpunkt, (nicht nur in Straßburg) und hatten viel erlebt, Geschichte und Geschichten aus Jahrhunderten, nicht zuletzt über "die deutsche Zeit" von 1871- 1914, die hier als "Besatzung" empfunden wurde, aber auch viel zu Entwicklung der Stadt beigetragen hat, und das Europaquartier, das eindrucksvoll ein neues Stadtviertel bildet. Gegen Abend gab der Schlossherr "Cremant" aus, so heißt dort der Sekt, und erzählte Interessantes über "Chateau de Portales" und über sich selbst.

 

Colmar, eine belebte Touristenstadt, war am besten mit der "kleinen weißen Bahn" zu erkunden, im "Musée Unterlinden" konnte dann Jeder mit dem "Audioguide" selbst auf Entdeckungstour gehen. Mich hat der "Isenheimer Altar" sehr beeindruckt. Die Teilnehmer hatte ich vorab mit Bild auf Johannes den Täufer hingewiesen. Ich fand aber auch die "Moderne" mit einem Wandteppich zu Picassos "Guernica" u. A. eindrucksvoll.

 

Günsbach, der Ort, in dem Albert Schweitzer gelebt hat, stellte sich für manche Teilnehmer als Höhepunkt der Reise heraus. Die Simultankirche, in der schon seit 1751 sowohl katholischer als auch evangelischer Gottesdienst gehalten wird, das kleine Afrikamuseum, in dem uns ein freundlicher, ehrenamtlicher Führer Schweitzer, sein Leben und Werk näherbrachte. Vor allem aber der durchaus mühsame, meditative "Albert Schweitzer Weg," mit 15 Stationen aus seinem Leben und mit Gedanken aus seinem Schaffen, hin zum Denkmal an dem Platz, an dem er die Einsamkeit gesucht hat; das ließ lebendig werden, wie Schweitzer gelebt hat, mit mühsamen Strecken und weitem Blick nicht nur ins Elsass, sondern auf die Probleme dieser Welt.

 

Sonntag: Gottesdienst in "St Pierre le Jeune" St. Peter - jung, einer gotischen Stiftskiche mit Kreuzgang, in dem eine eindrucksvolle Figurenausstellung zu sehen war. Der Gottesdienst zweisprachig, ein Fest zu Ehren des Erzengels Michael mit deutschem Frauenchor und kurzer Predigt, in der Pastor Eber das Evangelium vollmächtig verkündigte. Seine anschließende Kirchenführung zeigte, mit welcher Liebe er seinen Dienst versieht.

 

Und zum guten Schluss der Reise gab es bei Winzer Muller in Marlenheim Cremant, "Gougelhopf," Flammkuchen und Weinprobe sowie Kellerführung, was viele, auch ich selbst, als schönen Abschluss dieser Fahrt ins Elsass erlebten.

Und auf der Rückfahrt fuhren wir wie "nach Fahrplan" bis Bad Oeynhausen.

Rückmeldungen der Teilnehmer: Keine negative Kritik. Positiv wurden bewertet: Albert-Schweitzer-Weg, die Programmvielfalt, die Koordination und Beweglichkeit der Leitung, die geistlichen Impulse, in denen ausgehend von Losung und Lehrtext die jeweilige Tagessituation mit einbezogen wurde. Eine gelungene Reise in eine naheliegende, oft verkannte Metropole Europas und eine erlebenswerte Gegend.                                                   

 

 

2018:

Albrecht Kaul berichtet aus Lissabon/Portugal

 

Nachdem die Senioren der CSI schon elf Hauptstädte Europas besucht haben, sind wir dieses Jahr mit der Städtefahrt bis an die südliche Grenze von Europa vorgestoßen. Lissabon, die Hauptstadt Portugals war für sechs Tage unser Ziel. Wir sind nicht nur weit im Süden gewesen, sondern auch bis an den westlichsten Zipfel des europäischen Festlandes, zum Capo de Roca Estroil gefahren. Aber Lissabon als Metropole der ehemaligen Seefahrernation hatte genug zu bieten, was uns erstaunte und die Füße wund werden ließ. Natürlich gab es eine Stadtrundfahrt, aber die schmalen Gassen der Alfama und das nach dem großen Erdbeben 1755 entstandene Geschäftsviertel Baixa kann man nur zu Fuß erleben. Obwohl wir Ende September unterwegs waren, haben wir die Stadt der sieben Hügel bei herrlichem Sommerwetter erlebt. Baustile der verschiedenen Epochen prägen die Stadt. Mauren, Phönizier, Seefahrer mit ihren Eindrücken - besonders aus Lateinamerika – haben ihre Spuren hinterlassen. Viele Häuser sind mit den Azulejos, den farbigen Kacheln, verkleidet. Die alte Straßenbahn, historische Aufzüge und Seilbahnen, das Denkmal der Seefahrer, gewaltige Kirchen und die sinnvoll nachgenutzten modernen Gebäude der Weltausstellung 1998 haben uns sehr beeindruckt. Ein Fado-Abend (landestypisch melancholische Gesänge) war zwar touristisch aufgepeppt, hat uns aber ahnen lassen, dass in den kleinen Fado-Lokalen der Stadt am Abend ein besonderes Flair zu finden ist.

 

Selbstverständlich gehören zu unseren Touren, dass wir die Christen in den jeweiligen Städten besuchen. In Lissabon gibt es eine deutsche evangelische Gemeinde, mit denen wir einen erfrischenden Gottesdienst feierten. Wir erfuhren auch, dass diese Gemeinde mit ihrer schmucken Kirche eine der ältesten deutschen Auslandsgemeinde ist. Im Anschluss gab es genügend Gelegenheit im parkähnlichen Pfarrgarten mit Landsleuten zu reden, die in Lissabon arbeiten, studieren oder eine neue Heimat gefunden haben.

 

Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch beim YMCA in Setubal. Herzlich wurden wir empfangen und wir staunten über die große soziale Arbeit, die der YMCA unter Migranten und sozial benachteiligten Bewohnern der Stadt 30 km von Lissabon entfernt tut. Generalsekretär Luis Sebastiao und sein Team haben uns anschließend mit in die Berge genommen, wo sie ihr Gäste- und Freizeitzentrum betreiben. Schon die Fahrt durch das Naturschutzgebiet auf die Höhen über dem Atlantik war ein besonderes Erlebnis. Im YMCA Camp gab es ein deftiges Mittagessen und man konnte sogar Wein aus der Region kaufen, mit dem für das Camp ein Swimmingpool finanziert werden soll (der wird allerdings mit Wasser gefüllt und nicht mit Wein!).

 

Alles zusammen eine intensive, preiswerte Woche, die auch die Gemeinschaft unserer Seniorenvereinigung CSI gestärkt hat.

 

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2017:

Rolf Karkmann erinnert sich an die CSI-Reise nach Genf

 

Im September 2017 wollten wir unter anderem den Spuren von drei Männern folgen: Jean Calvin, Henry Dunant, John Mott.

 

Gleich am ersten Tag beim Ökumenischen Rat der Kirchen: eine einfühlsame Führung durch eine engagierte Mitarbeiterin vor allem in der Kapelle des Hauses. Der Gesamteindruck des Raumes, in dem Elemente aus verschiedenen Mitgliedskirchen zu einer Raumeinheit zusammenfinden, beeindruckende Einzelteile wie die aus Kriegsmunition gefertigten schweren Kreuze, die durch die Reihen gereicht wurden, Kriegs- und Friedenszeichen zugleich.

Einheit in der Vielfalt, nicht nur im sakralen Raum, sondern im ganzen Haus, in den Vorträgen zur Struktur des ÖRK und zum "interreligiösen Dialog," das war ein erster Höhepunkt der Reise; nur über John Mott war nicht viel zu erfahren. Sein Name war bekannt, Informationen zu seiner Person und seiner Bedeutung für CVJM und ÖRK konnten wir beitragen, was dankbar angenommen wurde. Immerhin war der US-Amerikaner Mott von 1926 bis 1937 Präsident des CVJM-Weltbundes und von 1948 bis 1953 Ehrenpräsident des ÖRK.

 

Gleich in der Nachbarschaft liegt die Zentrale des Internationalen Roten Kreuzes mit Museum. In der Eingangshalle begrüßte uns Henry Dunant am Schreibtisch sitzend, - als Gründer des Roten Kreuzes! Das Museum ist nach neuesten museumsdidaktischen Gesichtspunkten eindrucksvoll gestaltet. Allerdings, der CVJM kam nicht vor. Dunant gehörte 1855 zu den Gründern des CVJM-Weltbundes in Paris. Es gibt auch eine Statue für Henry Dunant, die uns die Stadtführerinnen allerdings nicht zeigten, nur ein Schiff der "Weißen Flotte" trägt seinen Namen. Henry Dunant ist "verfemt", offiziell nicht mehr, aber tatsächlich.

 

Der Sonnabend war der Stadt und dem See gewidmet. Die Nüchternheit des reformierten Domes beeindruckt ebenso wie die Bürgerhäuser, die unverhohlen Erfolg und Reichtum der Besitzer repräsentieren, aber auch durch An- und Aufbauten zeigen, dass Glaubensmigranten nicht nur aufgenommen, sondern integriert wurden, was zu Erfolg und Ruhm der Stadt entscheidend beitrug.

Am Sonntag: Teilnahme am Festgottesdienst zum Reformationsjubiläums des Bundes der evangelisch-lutherischen Kirchen der Schweiz, "Bound to be Free. " Zwei Stunden singen, beten, Predigt, szenische Lesungen in insgesamt zehn Sprachen zu erleben, das ist fast wie Pfingsten gewesen: jeder hört und versteht die Botschaft über Sprachgrenzen hinweg.

Beim anschließenden Picknick in der Genfer Gemeinde waren wir uns einig: Das war der zweite Höhepunkt, wenn auch nicht die Begegnung mit Calvin, den anschließend nur einige Unentwegte im Reformationsmuseum suchten und "besuchten."

Und gleich am Montag der dritte Höhepunkt: Besuch beim Weltbund der CVJM/YMCA.  Das war für alle Teilnehmer eine Premiere.

 

Die herzliche, geschwisterliche Begrüßung durch den Generalsekretär Johan Vilhelm Eltvik und seine Mitarbeiter, die Gastfreundschaft und das ungezwungene Gespräch über die Arbeit des Weltbundes, da merkten wir es deutlich: wir sind als Geschwister im CVJM weltweit verbunden und sind uns so nah, wie es eng war im Sitzungszimmer. Wohltuend auch die Bescheidenheit des schönen Domizils gegenüber den Palästen der UNO-Organisationen und die Erkenntnis, dass auch wenige engagierte Menschen zum Frieden der Welt beitragen können Genf, eine "Weltstadt" des CVJM, des Roten Kreuzes, der Kirchen, der Völker, eine imposante, schöne Stadt. Das wurde uns deutlich bei Stadtrundfahrt und Altstadtrundgang, bei der Schifffahrt auf dem See, im Botanischen Garten und in der Umgebung mit Weinbergen und idyllischen Dörfern. In den Weinbergen lag auch unser Hotel, in dem wir sehr gut versorgt wurden, sogar mit Schweizer Käsefondue.

 

Die drei Männer, denen wir nachspüren wollten, kamen in Infoblättern, Andachten und Gesprächen zu Wort.

 

Jean Calvin ist in Genf gegenwärtig im Reformationsmuseum und in Denkmälern, aber man spürt auch dem Stadtbild an, dass es von seinem Geist geprägt ist.

 

Henry Dunant begegneten wir natürlich im Museum des Roten Kreuzes, in der Stadt gibt es von diesem zu Lebzeiten "verfemten" Sohn der Stadt nur wenige Spuren, obgleich er den ersten Friedensnobelpreis erhalten hat.

 

John Mott, der als zweiter CVJMer einen Friedensnobelpreis erhalten hat, kam nur beim CVJM-Weltbund vor, beim ÖKR konnten wir den Mitarbeitern Informationen über ihn geben.

 

Wir haben unterschiedliche Spuren in Genf gefunden und haben uns bereichert auf den langen Heimweg gemacht.

 

Das neue Heft der CSI-ANSTÖßE ist erschienen! Titelseite: Albrecht Kaul übernimmt CSI-Vorsitz von Klaus Jürgen Diehl. Das ganze Heft finden Sie unter "Unser Magazin ANSTÖßE" (ganz links in der 9. grauen Schaltfläche von oben)!

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Den Artikel von Jürgen Werth über die Polenreise 2021: "Vierzig Rosen auf den Todesgleisen" finden Sie auf der Seite "Aktuelles"

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Die Ausschreibung für die CSI-Städtefahrt nach Aberdeen (23. bis 29. September 2022) ist da! Bitte gern anmelden!

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